Lyrik

In meinen jungen Jahren, so zwischen 16 und 20, zeigte sich in mir der ein oder andere romantische Zug. In stillen Momenten vereinigten sich dann verschiedene Gedanken, Phantasien zu Gedichten, von denen manche in kleinen lokalen, aber nicht unbedeutenden Zeitungen, die heute nicht mehr existieren, veröffentlicht worden. Aus dem verstaubten Archiv herausgeholt und rückblickend mit einem Schmunzeln betrachtet, stelle ich Ihnen hier eine klitzekleine Auswahl vor.

Schöne Stunden

Unbefriedigt und ohne Sinn
Durch die Straßen, weiß nicht wohin.
Vergeblich flüchtend vor Lärm und Gestank
Ich in einem Kaufhaus mich wiederfand.
Umher streifte ziellos mein leerer Blick
Blieb stehen bei Dir dann: welch ein Glück!

Dein Name reizte mich und ich sofort wusste
Dass ich Dich mit nach Haus nehmen musste.
Nun hatte ich wieder einen Plan
Die Spannung trieb mich fast in den Wahn.
Angekommen in meinem Heim
Ließ ich mich willig auf Dich ein.

Entführst mich in eine andere Welt
Fernab von Realität, Macht und Geld.
Komme bei Dir auf and‘re Gedanken
Machst frei mich völlig von geistigen Schranken.
Du lässt freien Lauf meiner Phantasie
Ich fühl‘ mich so frei bei Dir wie sonst nie.

Gib mir zehn Minuten und ich gehör‘ Dir
Lass Dich nicht fort, es ist nachts halb vier.
Spüre, wie Du meine Sehnsucht erfüllst
Mich tiefer in Dich einhüllst.
Habe gefunden, was ich schon lange such‘:
Du bist einfach ein gutes Buch!

(1997, bisher unveröffentlicht)

Träumereien

Ein Vogel müsste ich sein
Fliegen hoch im Sonnenschein
Den weiten Horizont erblicken
Körner von den Pflanzen picken
Morgens zwitschern auf den Hecken
Um die Menschen aufzuwecken.

Ja dann wär‘ mein Leben schön
Könnt‘ viel von dieser Welt hier seh’n
Die Freiheit wäre grenzenlos
Würd‘ baden mich in feuchtem Moos
Hüpfen würd‘ ich von Ast zu Ast
Suchen ein Weibchen, das zu mir passt.

Die Probleme der Menschen würd ich nicht hören
Nur spüren, wie sie meine Umgebung zerstören
Kann nicht verstehen
Dass viele nur zusehen
Aber ich bin ja nur ein Vöglein
Das heißt, ich würde es gern sein.

(geschrieben zw. 1994 und 1996, bisher unveröffentlicht)

Heuduft

Ich möchte einfach nur daliegen
In einer sternenklaren Nacht
Umhüllt von schier unendlicher Weite
Ein nur an den Wangen spürbares
warmes Lüftchen weht
Um meinen Fingern schläft das Heu
Von der Veranda hinter dem Feld
Dudeln „Dire Straits“
Hinaus ins Universum schallen die Wellen
Ihr Sterne seid so schön und so weit weg
Und trotzdem eine solche Anziehung
Eine Grille die auf meinem Bauch landet
Zirpt in mein Ohr
Und ich schlafe ein.

(geschrieben 1997, veröffentlicht im TAZMANIAC, No. 5, 1998)

Dennis Hippler
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